Warum Muku?

 

Vielleicht fragst du dich, warum meine Seite „Muku“ heißt.

 

Muku kommt aus einer Kumpel-Anton-Geschichte. Die Kumpel-Anton-Geschichten entstanden in den den 1950er bis 1960er Jahren durch Wilhem Herbert Koch. Ihr Reiz liegt u. a. darin, dass sie in einer Art Ruhrgebiets-Dialekt-Lautschrift geschrieben sind.

 

Es ist eine alte Familientradition, sich diese Geschichten von unvorbereiteten und ahnungslosen Menschen vorlesen zu lassen. Eine unserer Lieblingsgeschichten ist die mit den Mukus.

 

Viel Spaß beim Lesen, oder noch mehr, beim Vorlesen.

 

Blaip bei Omma aum Schoss…

„Anton“, sachtä Cervinski für mich,
„Tuusse mich aintlich fürn Unmensch halten?“
„Fürn Unmensch?“ sarich, „aintlich nich,
Fürn Schautermann un fürn Schlickenfänger,
Da tuichtich woll halten,
Aber watt man so unter Unmensch fasteet,
Datt bisse aintlich nicht.“
„Eem, Anton, eem“, sachtä Cervinski,
„Un biss gezz happichtatt auch gedacht,
Aber Anton, neulich taatichma nach Düsburch
Mitten Zuch faan,
Un ich sizz am Fenster
Un am andern Fenster sizzt auch ein,
Un in Mülheim steicht sonne Omma ein,
Hazzon klein Mätchen anne Hant.
‚Blaip bei Omma aum Schooss‘, sachti Omma.
‚Willze nich, Schäzzken? Na, dann gee steen.
Willze aunich, Schäzzken? Watt willze denn?
Willze n Stüxken Schockolade ham?
Willze aunich, Schäzzken? Watt willze denn?
Oder willze am Fenster kucken, Schäzzken?‘
Unti Omma zu mich un den andern gegenüber:
‚Kann die Kleine woll am Fenster kucken?
Kannse doch wohl, nich?
Gee am Fenster kucken, Schäzzken.‘
Untatt Schäzzken kwätscht sich zwischen mich un den andern.
Un kuckt am Fenster.
‚Kumma, Omma, Mukus‘, sachze, dreezich um
Un trampelt mich auffe Füsse,
‚Kumma Omma, n Töfftöff‘, sachtat Schäzzken
Un trampelt den andern auffe Füsse,
‚Kumma, Omma, ganze fiele Mukus‘, sachze
Un trampelt widder mich auffe Füsse,
‚Omma, un nochen Töfftöff‘, sachze,
Un trampelt widder den andern auffe Füsse.

 

‚Himmeldonnerwetter‘, sachtä andere,
‚Nu haltense dochma datt unruhige Blaach fest.‘
‚Mussich auch sagen‘, sachich, ‚so geetat ja nich,
Bei alle Mukus auf meine blankgewixten Schuhe,
Neemse ma widder datt Blaach auffen Schooss.‘

 

Unti Omma kuckt den andern an, kuckt mich an,
Weisse so, alz wennse uns watt im Kaffee tun wollte,
Un dann greifze sich dat Kleine,
‚Komm, Schäzzken‘, sachze,
‚Wir geen woanders am Fenster kucken,
Mit die Unmenschen wollnwer nix zu tun ham,
Nonimma son klein Mätchen
Am Fenster kucken zu lassen.‘

 

Kannze seen, Anton, so schnell kanndich passiern,
Datte n Unmensch biss,
Bloss weile dich nicht gefallen lässt,
Dattich bei geede Muku sonne Blage auffe Füsse trampelt.“

 

aus: „Kumpel Anton sein Schönstes“ von Wilhelm Herbert Koch,
erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.